20 Jahre Jugendpressefrühling – Was ist in all dieser Zeit passiert?

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Unglaublich, wie lange Norddeutschlands größtes Jugendmedienseminar bereits besteht. Wie war es so, vor 20 Jahren, als Social Media und Co noch reine Hirngespinste waren und nicht mal 20% der Deutschen einen Internetzugang hatten (siehe Bericht Deutscher Bundestag)? Was hat sich in all dieser Zeit verändert? Diese Fragen beantworten uns Kim, 24 Jahre alt, die bereits seit 10 Jahren Teil des Jugendpressefrühlings ist und Andreas, 38, der sogar den allerersten Jugendpressefrühling mitgegründet hat.

Was hat dich am Jugendpressefrühling so sehr begeistert, dass du schon so lange dabei bist?

Kim: Die Atmosphäre. Die Menschen hier sind so unterschiedlich, dass wir im Alltag wahrscheinlich gar nichts miteinander zu tun gehabt hätten. Hier verstehen wir uns alle aber extrem gut! Außerdem liebe ich die Möglichkeiten, die man hier für wenig Geld bekommt und die Freiheit, die die Teilnehmer bei ihrer Arbeit haben.

Andreas: Na ja, der JPF ist nun mal mein Baby. Er ist zwar über die Jahre hinweg ziemlich gewachsen, aber im Kern gleichgeblieben.

Was meinst du damit?

Andreas: Ich meine, dass die Veranstaltung immer noch von Ehrenamtlichen und nicht von beispielsweise einer Firma auf die Beine gestellt wird.

Dann erzähl mal! Wie war das damals? Wie kam der JPF vor 20 Jahren zustande?

Andreas: Eigentlich war das meine Idee. Ich war damals Teil der Jungen Presse Pinneberg und wollte mehr junge Menschen für unsere Organisation dazugewinnen. Wir haben damals schon Grundlagenseminare angeboten, ich wollte aber, dass die Jugendlichen nicht nur Vorträgen zuhören, sondern sich selber ausprobieren.

Wie lief das damals ab?

Andreas: Es gab zwei Redaktionen, nämlich Zeitung und Foto. Allerdings waren die technischen Möglichkeiten damals natürlich noch nicht so ausgereift, wie sie es heute sind. Handys und Laptops gab es nicht. Wir, also das Team, haben unsere privaten Rechner zur Location in Barmstedt gebracht, damit die Teilnehmenden an denen arbeiten konnten. Und abends mussten wir immer zum Standort des Druckers fahren, um die Zeitungen für den nächsten Tag zu drucken. Da gab es viele schlaflose Nächte. Auch die Kameraapparate waren alle analog, wir haben also den Film selber entwickelt. Aber Dinge wie Photoshop haben wir schon damals genutzt.

Und bei dir Kim? Wie bist du auf den Jugendpressefrühling gestoßen?

Kim. Mein Lehrer war damals für den Jugendpressefrühling aktiv und hat auch bei uns Werbung gemacht. Ich habe damals als Teil der TV Redaktion teilgenommen. Wir haben da eine Doku über den JPF gedreht. In den nächsten Jahren habe ich dann die Redaktion „Film“ gewählt und war in dieser auch Teamerin.

Also ist Film deine Lieblingsredaktion?

Kim: Auf jeden Fall! Mir gefällt es, dass ich hier komplett kreativ sein kann, es also keine Vorgaben für die Story gibt.

Was hat sich bei den Teilnehmenden über die Jahre geändert?

Kim: Die Teilnehmenden sind auf jeden Fall jünger geworden. Wir haben dieses Jahr sogar ein paar 13-jährige dabei, obwohl man eigentlich erst mit 14 am JPF teilnehmen darf. Außerdem scheinen die Teilnehmenden zumindest in meiner Redaktion, Film, mehr Vorwissen zu haben.

Und Andreas? Was findest du hat sich am JPF verändert?

Andreas: Was ich schade finde, ist, dass das Schreiben der klassischen Tageszeitung bei jungen Menschen immer unbeliebter wird. Meiner Meinung nach lernt man nur hierdurch richtigen Journalismus, also das Verifizieren von Informationen, Heraussuchen passenden Bildmaterials und Fertigstellen des Textes – und zwar alles bis zum Abend, damit die Zeitung rechtzeitig designt und gedruckt werden kann. Wenn man das draufhat, kann man sich immer noch in einem anderen Bereich wie Radio oder Blog ausprobieren.

Was hast du denn aus deiner Zeit beim JPF gelernt?

Kim: Vor allem als Teamerin habe ich gelernt, vor Gruppen zu reden und meine Medienkompetenz sinnvoll an die Teilnehmenden weiterzugeben.

Und zum Abschluss: Was ist deine schönste oder lustigste Erinnerung an den JPF?

Kim: Als Teilnehmende habe ich hier Freundschaften geschlossen, die ich nur jedes Jahr am JPF wiedergesehen habe. Deshalb habe ich mich immer sehr darauf gefreut, sie wiederzusehen.

Andreas: Einmal sollte ein Workshop zu Zeitmanagement gehalten werden. Als er dann stattfinden sollte, musste ich zu den Teilnehmern gehen und ihnen sagen, dass der Workshop leider nicht stattfinden kann, weil der Teamer es zeitlich nicht geschafft hat, ihn vorzubereiten. Das war auch in den nachfolgenden Jahren ein Running Gag.

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